Geschichte des Kreises
...dass niemand weiter als zwey bis drey Meilen...
In einer Instruktion des preußischen Staatskanzlers Fürst von Hardenberg vom 3. Juli 1815 wurde für die Organisation der Regierungsbezirke und Kreise folgende Regel aufgestellt: "...dass niemand weiter als zwey bis drey Meilen (15 bis 23 km) zum Sitz der Kreisbehörde hat und also, ohne auswärts zu übernachten, seine Geschäfte bei derselben abmachen kann". Die Einwohnerzahl der Kreise sollte zwischen 20.000 und 36.000 liegen.
1815
Errichtung des Kreises Kreuznach im Rahmen der preußischen Verwaltungsorganisation mit 56 Gemeinden und 30.100 Einwohnern
1816/17
Zugang von 26 Gemeinden mit 8.300 Einwohnern
1932
Vereinigung der Kreise Kreuznach und Meisenheim zum Großkreis mit 107 Gemeinden und rund 100.000 Einwohnern.
1969/70
Territoriale Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz. Hier wurden die heute gültigen Kreisgrenzen festgelegt. Gleichzeitig wurde der Zuschnitt des Kreises Bad Kreuznach drastisch verändert. Der Kreis Bad Kreuznach ging aus der Verwaltungsreform gestärkt hervor.
Der 14. Mai 1816 gilt als die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Landkreises, als Preußen als Folge des Wiener Kongresses die Gebiete nördlich der Nahe erhielt. Die "Königliche Regierung zu Koblenz" gab an diesem Tage die neugebildeten Kreise, so auch den Kreis Kreuznach, wie er damals noch hieß, amtlich bekannt.
Die Anfänge der Besiedlung des Raums gehen jedoch weit in die Geschichte zurück.
Die Gunst des Klimas und der Bodenverhältnisse bewirkten eine frühe Besiedlung in der Jungsteinzeit im unteren Nahegebiet, um dann, während der Hügelgräber Bronzezeit auch das Bergland zu erfassen. Die kelto-germanische Kultur wurde von der nahezu 500jährigen Herrschaft der Römer überlagert, während der das Gebiet zur Provinz der Germania Superior gehörte.
Die im Hochmittelalter einsetzende Territorialbildung wurde zunächst von den Grafen von Sponheim und von den Grafenfamilien aus dem Hause der Emichonen, namentlich von den Wildgrafen, den Raugrafen und den Grafen von Veldenz, bestimmt, während im Spätmittelalter mit dem Anfall des Sponheimer Erbteils Kurpfalz die dominierende Stellung einnahm. Aus der Ritterbewegung im Naheraum ragt besonders die Gestalt Franz von Sickingens (gest. 1523), von Ulrich von Hutten für die Reformation gewonnen, heraus.
Im 17. und 18. Jahrhundert waren im Naheraum Zerstörungen und Menschenverluste durch die zahlreichen Kriege, vor allem den Dreißigjährigen Krieg, zu beklagen. Unter der französischen Verwaltung 1798-1814 gehörte der größte Teil des heutigen Kreisgebietes zum Rhein-Mosel-Departement und zum Donnersberg-Departement, teilweise aber auch zum Saar-Departement. Auf dem Wiener Kongress (1815) erhielt Preußen das Gebiet nördlich der Nahe.
Die Bildung des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 1947 war für den Landkreis Bad Kreuznach ein bedeutsames historisches Ereignis: Er ist nun nicht mehr länger Grenzlandkreis, eine Position, die er seit Anfang des 18. Jahrhunderts eingenommen hatte, sondern lag jetzt in der Mitte des neuen staatlichen Gefüges.
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